Ich arbeite mit dem, was ist. Dem, was sichtbar ist und dem, was sich nur er-ahnen lässt.
Ich selbst sehe mich als Künstler*in, mein größtes Werk: mein eigenes Leben. Ein Gemälde, welches sich erst dem Ende nahe offenbart. Jede Erfahrung, jedes Erlebnis, jede Ahnung, jedes Ergebnis sind aktive Mitgestaltende dieser Leinwand.
Jeder Frust, jede Freude, all die Einsamkeit zwischen all der Leute, dürfen sein, durften sein, haben Platz, sind geachtet und alle mein.
Das Leben in Dankbarkeit zu Leben erlaubt mir bedingungslose Akzeptanz....
Was ich alles so erlebt habe?
Ich habe nach meinem Abitur 2014 in verschiedensten Bereichen der Sozialen Arbeit gearbeitet. Habe Freizeiten für junge Menschen organisiert, Seminare durchgeführt und zeitweise auch im Ausland mit Menschen mit Schizophrenie gearbeitet. Über die Jahre absolvierte ich mein Sozialarbeitsstudium in Stuttgart und lebte mich allmählich in Berlin nach und nach ein. In der Hauptstadt arbeitete ich im Rahmen der Jugendhilfe als Streetworker und unterstützte junge Menschen dabei wieder Fuß zu fassen, später beriet ich selbiges Klientel bundesweit online. Neben diesen Tätigkeiten begann ich ebenfalls zunächst als Awareness & Barkraft, dann auch als Türperson an renommierten Berliner Clubs zu arbeiten. Schnell entwickelten sich daraus verschiedenste Projekte in denen ich mitwirken durfte, u.a. Festivals wie das Garbicz oder auch als Booker von einer Berliner DJ. All diese Erfahrungen öffneten stets neue Türen, u.a. eine eigene Party-Reihe in Berlin, Head of Orga einer Fashion-Show eines großen Londoner Fashion Labels, Erfahrungen in Musikvideos von bekannten Künstlerinnen und schließlich zu meiner ganz eigenen Art zu leben und zu erleben. Zuletzt arbeitete ich mit geflüchteten jungen Menschen im Stuttgarter Kreis als Leitung eines Projekts, während ich am Wochenende an der Tür und hinter der Bar von verschiedenen Lokalitäten des Stuttgarter Nachtlebens zu finden war.
Wie ich zu meiner gegenwärtigen Arbeit gekommen bin? Lass uns hierfür meine Erfahrungen anschauen:
Tatsächlich war ich bereits zu sehr jungen Jahren schwer depressiv und habe einen Großteil meiner Jugend in Therapie verbracht. Lange Zeit wusste ich nicht genau, weshalb mich das Leben so plagte - das sollte ich erste viele viele Jahre später herausfinden. Für die Fachkräfte schien ich smart genug, ich hörte ständig "Du bist so reflektiert", "Du brauchst mich garnicht allzu lang", "Du verstehst Dich, das schaffst Du schon". Und dennoch, mein Zustand blieb konstant... "bin ich zu blöd zum leben?!".
Ich habe das echt ewig geglaubt, einfach zu unfähig zu sein. Ich versuchte alles: mich weiterzubilden, Sport, Gemeinschaft, Arbeit, einfach abwarten, mich zu verschließen und noch stumpfer zu werden, Drogen, Alkohol, Sex und und und. Ein ewiges Suchen, ein ewiges Wegrennen.
Versuchte alles, bis auf eines: mir selbst offen und ehrlich zu begegnen. Mir einfach mal zu glauben, mir zuzuhören und mich zu sehen.
Über die Zeit sammelte ich Wissen querbeet über somatische Arbeit, transgenerationale Arbeit, Trauma-Arbeit, lies mich in menschliche Biologie rein, in unsere psychologischen Systeme und studierte alte Traditionen. Ich kombinierte ständig neues Wissen und erweiterte meine Perspektive. Bis alles zu einem großen Höhepunkt kulminierte: eine dreijährige schamanische Initiierung. Tiefgreifend, unverhältnismäßig, beinahe tödlich. Die Initiierung erfolgte seitens der feinstofflichen Welt - meinen Ahnen, Geister und Energien, die uns umgeben und darüber hinaus. Ich verlor meinen Verstand, meine Community, meine Wohnung, meinen Job, alles, was mir Sicherheit gab. Wer bist Du, wenn alles wegfällt, worüber Du Dich definierst?
In diesen drei Jahren durchlief ich eine Identitätskrise nach der anderen. Ich öffnete mich vergangenen Leben, meinen Ahnen, ihren Geschichten, unserem globalen Kollektiv, der Natur und schließlich dem Kosmos.
Ich wurde gezwungen meine Ansichten massiv auszuweiten, dass meine innere Struktur diese überwältigenden Erfahrungen halten kann. So kam ich Schritt für Schritt, mal mit mehr, mal weniger Geduld zu den Werkzeugen, Perspektiven, Alltagshandlungen und Seins-Arten, die ich heute lebe und lehre.
Ich habe durch direkte Erlebnisse erfahren dürfen, wie magisch unser Kosmos ist, wieviel uns eigentlich umgibt, dass wir nie allein sind, stets unterstützt werden und unmittelbar miteinander verbunden sind. Alle(s) von uns.
Mein Wunsch ist es, dieses Wissen verständlich und alltagsnah meinen Mitmenschen beizubringen, sodass wir am Ende alle wieder zueinander finden können. Und wer könnte Dich besser in der inneren Ordnung unterstützen als eine Person, die das Chaos bereits verköpert?
Löse und verbinde
Was in mir ist älter als ich?
Arbeite mit mir und finde es heraus
von Kimisi nach Berlin über LISSABON nach Batumi, Gizeh